Was genau ist Honig?

Honig ist die gespeicherte Arbeitsleistung der Bienen und eigentlich nicht für unser Frühstück gedacht, sondern das Futter, das die Bienen über den Winter bringen soll. Damit die Bienen auch ohne diesen Vorrat über den Winter kommen, sind sie auf die Hilfe des Imkers angewiesen, der seine Bienenvölker im Herbst mit Resthonig und Zucker auffüttert.

Wie machen die Bienen den Honig?

Bienen beim Nektar Sammeln

Bienen im Rosenbusch

Der Ausgangsstoff ist der Siebröhrensaft, den die Pflanzen für den Stofftransport einsetzen und darüber hinaus als Nektar ausscheiden. Der Nektar lockt Bienen (und andere Insekten) an, auf deren Bestäubungsleistung die Pflanze angewiesen ist. Man könnte sagen, der Nektar ist die Belohnung für das Bestäuben …

Honigtau ist der klebrige Saft, der manchmal von Bäumen auf Pflanzen, Gartenmöbel oder parkende Autos tropft. Er stammt von Blattläusen und wird von den Bienen ebenfalls gesammelt. Er verleiht dem Honig eine eher dunkle, ins Braune gehende Färbung. Anhand der Farbe kann man auch feststellen, um welche Honigart – Blüten- oder Blatthonig – es sich handelt.

Der Nektar, mit dem die Arbeitsbiene im Stock ankommt, wäre allerdings nicht lange haltbar. Er sieht auch nicht aus wie Honig, sondern ist dünnflüssiger. Die Bienen setzen den Nektar im Stock häufig um – und vermischen ihn dabei mit Enzymen. Diese Enzyme wandeln den Nektar auf natürliche Weise um und machen ihn lagerfähig.

Woraus besteht Honig?

Hauptbestandteil von Blütenhonigen ist Zucker – jedoch nicht in Form von Haushaltszucker (Saccharose), sondern eine Mischung aus Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose). Hinzu kommt bei Blütenhonig Blütenstaub (Pollen); dieser ist besonders proteinreich. Auch Vitamine und Mineralien sind im Honig enthalten.

Nach der Umwandlung des Nektars und des Pollen mithilfe der Enzyme ist der Honig immer noch dünnflüssig. Durch Fächeln entziehen ihm die Bienen das überschüssige Wasser, anschließend versiegeln sie die Wabe, in der sie den Honig lagern, mit einer dünnen Wachsschicht. So entsteht ein durch und durch natürliches und lange haltbares Produkt.

Wie bekommt der Honig seine Farbe?

Abfüllen des Blütenhonigs

Blütenhonig

Der Nektar ist eigentlich farblos. Die Farbe gelangt auf zwei Arten in den Honig:

  • Zum einen über den Pollen der Pflanzen, an denen die Bienen den Nektar gesucht haben. Sonnenblumenhonig ist zum Beispiel goldgelb, Rapshonig dagegen beinahe weiß.
  • Zum anderen hängt die Farbe davon ab, wie viel Honigtau im Honig enthalten ist.

Welche Honigsorten gibt es?

Verkaufsfertiger Honig der Honig-Bienen

Unser Honig

Man unterscheidet Blütenhonige und Blatthonige. Blatthonigsorten werden manchmal auch als Waldhonig bezeichnet. Blütenhonige werden überwiegend aus Blütennektar hergestellt, wie wir gesehen haben, Blatthonige überwiegend aus Honigtau. Blatthonig fällt später im Sommer an, und es braucht dafür eher Waldgebiete anstelle von Wiesen.

Blatthonige sind stark würzige Honige. Um sie herzustellen, muss der Imker die Wintervorbereitungen für seine Bienvölker weiter nach hinten verlagern; dies kann wiederum zu Völkerverlusten im Winter führen. Diese Umstände machen Blatthonige insgesamt seltener und teuerer, doch der Geschmack der Blatthonige rechtfertigt den höheren Preis.

Welche Wirkung hat Honig auf den Organismus?

Er schmeckt nicht nur gut, er hilft auch bei vielen kleinen Leiden, beispielsweise bei Hals- oder Rachenentzündungen sowie bei Einschlafstörungen. Bereits der antike griechische Arzt Hippokrates erkannte die heilsame Wirkung und verordnete Honig bei vielen Krankheiten. Honig wirkt antibakteriell, antimikrobiell und antiseptisch – ein echtes Universalmittel!

All dies haben wir den fleißigen Honig-Bienen zu verdanken, die fleißig tagein, tagaus Blütennektar sammeln.